CACATOR

Unweit des Castellum Aquae in Pompeji findet sich an einem Haus, auf das der über die Porta Vesuvio in die Stadt Eintretende als erstes trifft, ein Wandgemälde mit dieser Inschrift:

CACATOR  SIC  VALEAS  VT  TV  HOC LOCVM TRA[N]SIA[S]
   Scheißer!        Es soll dir so gut gehen,
                                 wie du an diesem Platz vorbeigehst*
                                 dass du an diesem Platz vorbeigehst.*
                                                         * grammatikalisch beides denkbar

CACATOR   ist hier ebenso wörtlich  wie in übertragenen Sinne gemeint, und man wehrte in der Antike Unliebsame(s) nicht nur  verbal ab, sondern  bediente sich dazu häufig auch des Symbols der (apotropäischen = gefahrenabwehrenden) Schlangen.

CACATOR    CAVE MALV[M] 
Scheißer, hüte dich vor dem Übel!

CACATOR - Inschriften und -Bilder sind an pompejanischen Hauswänden zahlreich belegt.
In diesem Beispiel wird durch die eindeutige Körperhaltung des Mannes ebenso wie durch die Inschrift deutlich, um was es geht - wörtlich wie im übertragenen Sinne! Und auch hier zusätzlich wieder die Schlangen.

zurück zu

HAVE = AVE   -   Sei gegrüßt!
Mosaik im Eingang der Casa del Fauno
(“Haus mit dem tanzenden Faun”)

Um Gefahren (wie zum Beispiel den “bösen Blick”) abzuwehren,
gab es aber noch weit drastischere Mittel. Dazu
hier mehr.

[Christoph Ohlig] [Cacator] [Pompeji] [Projekte] [Aufsätze] [Gymnasium Voerde] [Kontakte] [Links] [Wasser im antiken Pompeji]