Wasserversorgung

Können wir in der Oberstufe nicht so weiterarbeiten wie bei unserer Studienfahrt?” Diese Frage einer Schülerin löste die Vorarbeiten für ein umfangreiches Halbjahresprojekt (Latein Klasse 11) aus.

Wie hatten wir denn bei unserer Studienfahrt gearbeitet? Die anstrengende Fahrt “Rund um den Ve-
suv” (inzwischen ein ‘Markenzeichen’ des Gymnasiums Voerde /Niederrhein) war eine Art Spuren- suche nach dem wirklichen Leben der Menschen in der Antike - Informationssuche vor Ort statt in Büchern ..., und sie basierte natürlich auf einer eigenen Unterrichtskonzeption (vgl. dazu auch
Standortbestimmung) mit langjähriger inhaltlicher Vorbereitung (Stichwort: Anfangslektüre nicht Caesar und gallischer Krieg, sondern Plinius und Vesuvausbruch...)

Methodisch waren diese Fahrten geprägt von aktiver Mitarbeit der Schülerinnen und Schüler (‘Selbst machen statt berieseln lassen’!):  Jeder bereitete ein Thema vor, und das hieß nicht: ein Referat  halten und vom Zettel ablesen, sondern: Fachmann sein für ein bestimmtes Thema und sein Wissen an geeigneter Stelle vor Ort an die anderen Reiseteilnehmer weitergeben (wo möglich: mehr zu wissen als der Lehrer).

Vor diesem Hintergrund entstand das Unterrichtsprojekt “Wasserversorgung”, das in weiten Be-
reichen “dialektisch” geplant war: Philologische Arbeit im Unterricht - aber auch raus aus der Schule und Überprüfen des Gelesenen in der Praxis. Auch dies wieder doppelt: Untersuchung eines antiken Wasserleitungssystems (Eifelwasserleitung nach Köln, Vermessung mit selbstgebauten ‘römischen’ Messgeräten) - aber auch Analyse heutiger Wasserversorgung (auch die wieder - ein Glücksfall in Wesel - doppelt: Historisches Wasserwerk (Museum) und hochmoderne Anlage. Wo immer es not-
wendig wurde, sind wir auf Folgethemen eingegangen, die im unten abgebildeten “didaktischen Stern” als Satelliten dargestellt sind, mit der unerwarteten Folge, daß die Schüler/innen ihre Fragen in andere Fächer hineintrugen (manches wurde dort experimentell geklärt, und die Reaktionen schlugen manchmal sogar im Lehrerzimmer Wellen): Fragen an die Chemiker: Was passiert eigent-
lich genau, wenn Zement abbindet? Wie giftig ist Blei? Wie entsteht Kalksinter? Fragen an die Haus-
wirtschaftslehrerin: Werden Hülsenfrüchte in ‘gutem’ Wasser (was nach Vitruv nur kalkhaltiges Wasser sein kann) wirklich schneller gar?

Der unten abgebildete “didaktische Stern” mit seine Strahlenpaaren und den ihn umgebenden Sa-
telliten soll eine ungefähre Vorstellung vom Themenumfang dieses Unterrichtsprojektes geben.

Wasserversorgung. Ein Projekt im Gespräch mit M. Vitruvius Pollio (de architectura)
und Sex. Iulius Frontinus (de aquaeductu urbis Romae),
in: DER ALTSPRACHLICHE UNTERRICHT, Heft 3+4/94 (Jahrgang XXXVII), S. 115 - 140,
Friedrich Verlag, Seelze.

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