Gymnasium Voerde

Aus der Zeit meiner Tätigkeit an dieser Schule stammen Aufsätze zur Didaktik und Methodik des Lateinunterrichts und auch folgendes Projekt:

Es war einmal vor vielen Jahren ...
... da fanden Projektwochen der Klassen 6 am Gymnasium Voerde mit dem Thema “Die Römer” statt. Eine Arbeitsgruppe entschloss sich, ein Modell einer römischen Wasserleitung in Originalgröße zu bauen. Dabei sollten unterschiedliche Baumethoden zum Einsatz kommen: Eine Wange sollte (wie in einigen Abschnitten der Eifelwasserleitung nach Köln) mit Ziegelsteinen gemauert, die gegenüberliegende sollte (nach römischer Bauart) aus  opus caementicium gefertigt werden. Die für diese Wange, das Fundament und das Gewölbe benötigten caementa (Bruchsteine) stammten von den gleichzeitig stattfindenden Pflasterarbeiten des Schulhofes. Für das Gewölbe wurden aber auch Kieselsteine verwendet, die vorher in den heimischen Rheinauen gesammelt worden waren. Die Wangen sollten  später auf der Innenseite auch noch mit wasserfestem opus signinum verputzt werden. Dieser typisch römische Verputz wird - jedenfalls bei uns in Germania inferior - durch Zusatz von Ziegelsplitt und Ziegelmehl hergestellt. Dieses Material wurde zwar in mühevoller Arbeit durch Zerschlagen und Zerkleinern von Ziegelsteinen produziert, den Verputz aber auch anzubringen - dafür reichte am Ende der drei anstrengenden Tage die Energie dann aber doch nicht mehr. Hier nun in einer kleinen Bilderfolge die Entstehungsgeschichte des Modells einer römischen Wasserleitung am GV (Gymnasium Voerde / Niederrhein):

Die Baugrube für das Fundament ...                 ... Ziegelsplitt für das opus signinum ...            ... opus caementicium wird angemischt...

... die Fundamentplatte ist fertig ...                     ... dann werden die Wangen aufgesetzt ...          ... wachsen schnell in die Höhe ...

... immer wieder kritische Überprüfung ...           ... Rohbau, eingeschalt und abgestützt  ...           ... zum Schluß bleibt nur noch das Lehr-
                                                                                                                                                                       gerüst des Gewölbes..
.

... und dann ist das große Werk (fast) fertig.

Römische Bautechnik vor modernem Waschbeton-Plattenbau der 70er-Jahre,
gebaut in drei Tagen von zwanzig zwölf-
jährigen Baumeistern,

und es ist noch lange nicht entschieden, welches Bauwerk länger hält...

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